Warum „Modern Family“ komödiantisches Gold ist

Es ist Samstag und damit wird es Zeit für einen neuen Beitrag! Heute möchte ich euch über eine meiner neuentdeckten Lieblingsserien berichten.

„Modern Family“ läuft seit 2009 auf dem amerikanischen Sender abc. Die Handlung ist relativ schnell erklärt: es geht um eine Patchworkfamilie und deren Alltag. Klingt zunächst nicht sonderlich spannend, oder? Ja, so ging es mir auch, als ich das erste Mal davon gehört habe. Aber lasst uns erstmal abwarten und ganz unvoreingenommen in die Sache starten…

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Hier sehen wir von links nach rechts die Hauptcharaktere:
Ganz links steht Jay Pritchett zusammen mit seiner neuen (und sichtlich jüngeren) Frau Gloria Pritchett und ihrem Sohn, Manny Delgado.
In der Mitte sehen wir die Eheleute Claire (geborene Pritchett) und Phil Dunphy mit deren Kindern (v.l.n.r.): Luke (der jüngste), Alex (das „Sandwichkind“) und Haley (folglich die älteste). Wie die Klammer nach Claires Namen erahnen lässt ist sie die Tochter von Jay.
Rechts haben wir Mitchell Pritchett, Bruder von Claire und damit Sohn von Jay, mit seinen Mann, Cameron Tucker. Im Arm halten sie ihre asiatische Adoptivtochter Lily.

Die Verwandtschatsverhältnisse sind am Anfang sicherlich deutlich komplizierter zu verstehen als der eigentliche Kern der Handlung. Ich habe ewig gebraucht, bis ich alle Namen drauf hatte und beim Anblick der Personen sofort wusste, wer zu wem gehört. Aber nach ein paar Folgen dürfte das kein Problem mehr sein.

Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich meinen Post zu „Modern Family“ als Review oder als Vorstellung kategorisieren soll, denn: ich bin „erst“ bei Folge 15 der 4. Staffel. Insgesamt umfasst die Serie aktuell 8 Staffeln. Ich habe mich nunmehr für eine Review entschieden, da ich mir nur schwer vorstellen kann, dass sich meine Ansicht bis zur letzten Folge der 8. Staffel noch großartig ändern wird. Und wer weiß, wann ich dahinkomme – das deutsche Netflix hat bis jetzt nämlich leider nur die ersten 5 Staffeln im Programm.

Wie in der Einleitung schon angedeutet, hat mich die bloße Beschreibung von „Modern Family“ anfangs noch nicht dazu überzeugt, mir die Serie anzuschauen. Jetzt bin ich aber unendlich froh, es getan zu haben. „Modern Family“ verfügt über eine sehr hohe Gagdichte. Die Autoren haben trockenen Humor einfach drauf (was genau mein Ding ist) und die Schauspieler verkörpern diesen sehr sympathisch und überzeugend – quasi so, als gäbe es gar kein Drehbuch und jeder Satz sei improvisiert. Das ist bei Filmen und Serien sehr selten.

Wir sprechen hier von einer Sitcom, und da denkt der eine oder andere vielleicht direkt an diese eingespielten, oft übertriebenen Lacher, wie man sie aus Sitcoms wie „How I Met Your Mother“ oder „The Big Bang Theory“ kennt. Ich kann euch beruhigen: eingespielte Lacher fehlen hier komplett. Zu den vorgenannten Serien mag es vielleicht passen, aber „Modern Family“ kommt gut ohne diese aus. Möglicherweise kann man das auch als Qualitätsmerkmal ansehen, welches für den Humor der Serie spricht, da die Gags einem nicht „aufgezwungen“ werden.

Anhand des Bildes und der Beschreibung der Charaktere geht auch hervor, dass „Modern Family“ Diversität im Cast beherbergt. Wir haben eine Latina, die einen Amerikaner geheiratet hat und wir haben einen schwulen Sohn dieses Amerikaners, der mit seinem Partner ein Baby aus Asien adoptiert hat. Falls ihr jetzt den Eindruck habt, dass diese Charaktere vor Klischees nur so strotzen… dann liegt ihr goldrichtig. 😉
Gloria ist laut. Sie schminkt und stylt sich jeden Tag und versucht ständig, gegen Jay und auch gegen ihren Sohn Manny, ihren Kopf durchzubekommen.
Mitchell und Cameron sind ein Paar, das ständig diskutiert. Oft ist Mitchell die „Stimme der Vernunft“, was ihn auch manchmal spießig dastehen lässt und Cameron ist ein Freigeist, der seine Tochter nach seinen Vorstellungen erziehen möchte, was Mitchell nicht immer in den Kram passt.
Haley ist der klassische Teenager, sie soll nämlich auf’s College, ist davon aber nicht besonders begeistert und verbringt lieber Zeit mit ihrem Freund Dylan, der Rockstar werden will. Ihre jüngere Schwester Alex ist das komplette Gegenteil: sie gibt sich Mühe in der Schule und schreibt gute Noten, verbringt dafür aber weniger Zeit mit Freunden.
Hier prallen also wirklich Welten aufeinander. Die Charaktere sind überdreht und überzeichnet bis zum gehtnichtmehr. Aber: genau das ist die Geheimwaffe von „Modern Family“, die sich durch alle Folgen durchzieht und dafür sorgt, dass die Geschichte mühelos getragen wird. Ich kann Folge nach Folge anschauen – mit dem nötigen Zeitkontigent auch 6 oder 7 nacheinander – ohne dass es langweilig wird. Die Klischees sind definitiv vorhanden, aber dennoch werden sie nicht langweilig. Außerdem halte ich die Darstellung der Charaktere trotz (oder gerade wegen) aller Überdrehtheit nicht für plakativ. Man wird defintiv unterhalten, aber es wird kein perfektes Bild dieser Klischees erzeugt, das sich auf das reale Leben zurückführen ließe.

Fazit
„Modern Family“ ist eine Sitcom, die sich von allen anderen Sitcoms absetzt, die ich bis jetzt gesehen habe. Der Humor ist sehr trocken und in fast jedem Satz der Charaktere vorhanden, dies aber so beiläufig, dass die Gags nicht aufgezwungen wirken. Die Schauspieler machen ihre Sache so gut, dass es beinahe mühelos wirkt. Jeder einzelne Charakter ist überdreht, aber dennoch glaubhaft – dies jedoch nicht zu einem Grad, der realistisch im Sinne von „solche Menschen gibt es im wahren Leben auch“ wäre.

Von meiner Seite gilt ganz klar: wer Sitcoms mag und gerne lacht, der ist hier definitv gut aufgehoben. Meiner Meinung nach ist die Serie viel zu unbekannt, vor allem hier in Deutschland. Da muss ich euch aber auch direkt eine Warnung mit auf den Weg geben. Wenn ihr englisch sprecht bzw. versteht, dann rate ich euch dringend, euch „Modern Family“ im Originalton anzusehen, im Zweifelsfall mit deutschen (oder auch englischen) Untertiteln. Die deutsche Synchronisation reicht bei weitem nicht an die Stimmen der Schauspieler ran.

Meine Bewertung beträgt 5 von 5 Sternen.

Kennt ihr „Modern Family“? Seid ihr auch so begeistert wie ich? Wenn nicht, dann würde mich interessieren, ob ihr vorher überhaupt schon mal davon gehört habt? Lasst es mich gerne wissen! 🙂

Liebe Grüße und ein schönes, langes Wochenende von

* Janina

6 Gedanken zu „Warum „Modern Family“ komödiantisches Gold ist“

  1. Ich habe zwar schon oft von der Serie gehört und gelesen, aber bisher noch keine Folge davon gesehen! Ich mochte Ed O’Neill immer sehr gern als Al Bundy, ich weiß gar nicht, ob ich ihn in einer anderen Rolle sehen könnte 🙂 Aber ich schau bestimmt mal rein!

    Liebe Grüße
    Jana

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  2. Klingt an sich wirklich nicht soo spannend. Aber wenn du sagst, dass die Handlung deutlich besser als der Titel ist, würde es sich ja durchaus mal lohnen in die Serie reinzuschnuppern. Werde ich mal auf meine Liste setzen 🙂
    Liebste Grüße und ein schönes Osterfest,
    Carmen ♥

  3. Ich hatte bisher nur von der Serie gehört, aber sie noch nicht gesehen. Jetzt bin ich doch gespannt, mir mal einige Folgen anzusehen und zu schauen, ob ich „hinein finde“. Ich gucke gerade Brothers&Sisters auf Amazon Prime, ebenfalls chaotisch und sehr amerikanisch, aber durchaus liebenswert!
    LG Svenja

  4. Die Serie kannte ich bis jetzt noch nicht, schaue aber kaum noch TV. Aber das was man lesen konnte, hört sich schon interessant an. Vielleicht schaue ich mal eine Folge, neugierig bin ich auf jeden Fall geworden.
    LG
    Julia

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