Liebe geht durch alle Zeiten – Kerstin Gier | Review

Heute soll es um eine Buchreihe gehen, die mich seit 7 Jahren begleitet. Und damit herzlich Willkommen zu meiner zweiten Buchreview!

Es geht um die Bücher „Rubinrot“, „Saphirblau“ und „Smaragdgrün“ – Liebe geht durch alle Zeiten von Kerstin Gier. In Fachkreisen spricht man auch von der Edelsteintrilogie (nicht Triologie 😉 ) Der erste Teil erschien im Jahre 2009, die anderen beiden folgten dann in 2010. Vielleicht sagen euch die Titel etwas, weil ihr von der Verfilmung mit Maria Ehrich und Jannis Niewöhner gehört habt – hier soll es aber ausschließlich um die Bücher gehen und ich erkläre euch auch, warum.

Die Reihe handelt von der 16-jährige Gwendolyn Sheperd und deren ganz und gar nicht gewöhnlichen Familie. Ihre Tante Maddy hat regelmäßig Visionen und ihre Cousine Charlotte scheint ein Zeitreise-Gen geerbt zu haben. Die Familie rund um Gwen und Charlotte – das sind im Detail:

Grace Montrose – Mutter von Gwendolyn
Nick und Caroline Sheperd – Gwendolyns jüngere Geschwister
Glenda Montrose – Tante von Gwendolyn
Charlotte Montrose – Gwendolyns Cousine
Lady Arista – Großmutter von Gwendolyn, Nick, Caroline und Charlotte
Maddy Montrose – Schwägerin von Lady Arista

wartet nur darauf, dass sich das Gen bei Charlotte entfaltet und sie ihren ersten Zeitsprung hat. Aber erstens kommt es anders – und zweitens, als man denkt.

Ich habe die Reihe mit 14 das erste Mal gelesen und seitdem mehrfach verschlungen. Ich weiß noch genau, dass ich „Rubinrot“ damals mit in den Urlaub genommen hatte und mich am Pool vor Lachen kaum einkriegen konnte. Ich dachte, das eine Buch mit 345 Seiten reicht mir für eine Woche – tja, nach 3 Tagen wurde ich dann panisch, weil ich in Spanien mit einem Cliffhanger fertigwerden musste. 😀

Insbesonders schätze ich an der Reihe, dass wir hier eine deutsche Fantasygeschichte haben. Sie spielt zwar in London, wurde aber von einer deutschen Autorin geschrieben, die vorher fast ausschließlich Frauenromane rausgebracht hat. Mit ihrer ersten Jugendbuchreihe hat sie einen Megaerfolg gelandet: die „Edelsteintrilogie“ wurde mittlerweile in über 27 Sprachen übersetzt und braucht sich somit vor anderen Fantasyreihen wie „Harry Potter“ und „Herr der Ringe“ keineswegs zu verstecken.

Die Grundidee ist meiner Meinung nach ziemlich einzigartig. Das Zeitreisethema kombiniert mit kecken Dialogen und Charakteren, wie man sie in keiner anderen Geschichte findet – das ist das Erfolgsrezept von Kerstin Gier.
Alle Charaktere sind Unikate, keiner ist blass, farblos oder hat sich zufällig in diese Geschichte verirrt. Alle haben ihre Daseinsberechtigung und sind eigene Persönlichkeiten. Das gilt für die Familie von Gwendolyn sowie ihre Freunde. Das sind Gwens beste Freundin Leslie und James, der Schulgeist. Gwendolyn kann nämlich von Kindesbeinen an Geister sehen, was die Dialoge im Buch besonders dann sehr witzig macht, wenn Leslie dabei ist.

Die Autorin beweist trotz der etwas ernsteren, fantastischen und mystisch angehauchten Thematik sehr viel Humor, in den Charakteren und auch in der Handlung an sich. Stilistisch hat mir besonders gut gefallen, dass die beiden Fortsetzungen genau da beginnen, wo die Vorgänger aufgehört haben. Das kannte ich aus anderen Buchreihen so überhaupt nicht. Meist wird erst noch mal seitenweise erklärt, was vorher passiert ist und wer die Charaktere überhaupt sind – das spart Frau Gier sich, indem sie die vorangegangenen Handlungen geschickt in die Dialoge einfädelt. So bekommt man seinen gewohnten Flashback, ohne es als Leser direkt mitzubekommen. Das finde ich sehr gut gelöst.

Die drei Bücher waren unheimlich fesselnd für mich. Es ist die ideale Reihe für jüngere Leser, also so im Teenageralter bis hin zum Erwachsenenalter. Man bekommt eine spannende, aufregende Story gepaart mit witzigen Charakteren, cleveren Dialogen und einem guten Erzähltempo. Dabei tummelt sich auch der eine oder andere Plottwist, der mich den Atem anhalten lassen hat. Auch hier habe ich eine Anekdote parat: als der dritte Teil „Smaragdgrün“ rauskam, hatte ich mir gerade ganz unschön das Handgelenk verstaucht. Falls ihr es noch nicht wusstet: Distorsionen können oft sehr viel mehr wehtun als gebrochene Knochen. Ich konnte vor Schmerz kaum schlafen und habe deshalb „Smaragdgrün“ gelesen und beendet. Das Ende einer Ära mitten in der Nacht zu konsumieren war definitiv eine Erfahrung für sich. 😉

Wie ihr seht, bin ich komplett begeistert von der Reihe. Ich habe sie schon mehrfach durchgelesen und werde sie auch in Zukunft noch öfter lesen, denn es ist meine ideale Wohlfül-Reihe, die mich an sehr schöne Zeiten erinnert, mich in eine fremde Welt entführt und mich immer wieder zum Lachen bringt.

Als einzigen Kritikpunkt habe ich anzumerken, dass Zeitreisen nicht immer und auch nicht für jeden gleich funktionieren. Sie spielen hier ja eine große Rolle und ich finde, dass die Autorin vieles sehr gut gelöst hat, könnte aber auch verstehen, wenn andere dieselben Dinge als Logikfehler ansehen würden.

Fazit
Fans von Jugendbüchern, Liebesgeschichten, Zeitreisen und Humor können hier wenig falsch machen. Die Geschichte fesselt die Leser, sodass man die Reihe an einem Wochenende durchlesen könnte. (Falls ihr Speedleser seid, vielleicht sogar an einem Tag!) Außerdem sehen sie schick aus und machen sich gut im Regal. 😀

Kennt ihr die Reihe? Oder kennt ihr vielleicht sonstige Bücher von Kerstin Gier? Ich habe all ihre Frauenromane im Regal stehen und könnte mir vorstellen, auch darüber bald einen Post zu schreiben. Ich liebe diesen Schreibstil und den trockenen Humor. Es würde mich freuen, wenn sich unter euch weitere Fans finden würden – oder solche, die es werden wollen. 🙂

„Bereit?“ „Bereit, wenn du es bist.“

In diesem Sinne,


* Janina

15 Gedanken zu „Liebe geht durch alle Zeiten – Kerstin Gier | Review“

  1. Hi Janina,
    ich kenne die Reihe und habe auch eins der Bücher gelesen, dann bin ich auf die Filme umgestiegen. Mit meinen Ende Zwanzig fühle ich mich jedoch ein wenig zu alt für diese Romane 😉

    Liebe Grüße
    Andrina

  2. Also diese Buchreihe kenne ich nicht – ist nicht so ganz meine Alterskategorie 😉 … aber für mich ist es eine super Geschenksidee für die größeren Töchter meiner Freundinnen. Da brauche ich sowieso immer einen guten Tipp in der Hinterhand.

    danke für den schönen Post!
    Liebe Grüße und schönen Sonntag!
    Verena

  3. Ich kenne die Reihe auch und auch meine Schüler lesen sie viel privat und mit Begeisterung. Oft schon habe ich die Bücher bei ihnen gesehen und freue mich jedes Mal wieder darüber.

    Viele Grüße

    Juli

  4. Ich kenne diese Reihe auch nicht. Dennoch glaube ich das Sie meiner Kämpferin gefallen könnte und somit habe ich schonmal eine schöne Inspiration wenn ich das nächste mal ein Geschenk suche. Lieben Dank für diesen Tip und den schönen Post. Lg Alex von http://margreblue.de/

    1. Hey Alex,
      wie alt ist deine Kämpferin denn? 🙂 Wie gesagt, ich habe sie mit 14 gelesen, sie machen aber auch davor oder danach einen riesen Spaß, wenn man sihc für Geschichten dieser Art interessiert.
      Lieben Gruß
      Janina

    1. Hey Stefanie,
      freut mich sehr, dass ich dein Interesse wecken konnte. 🙂 Wenn du Zeitreisen und ein bisschen Fantasy nicht abgeneigt bist, wirst du viel Freude damit haben, da bin ich mir sicher!
      Lieben Gruß
      Janina

  5. Da hast du dir ja glatt auch meine Lieblingsbücher raus gesucht 😀 Ich mag die Reihe einfach super gern, die Filme habe ich aus Protest nicht geschaut weil ich die Bücher einfach perfekt finde 😀

    Das sind die einzigen Bücher, die ich schon mehrmals gelesen habe 😀

    Liebst, Anna

    1. Hey, geht mir genauso! 😀 Beziehungsweise doch, ich habe die ersten beiden Filme gesehen, aber ab da hat es mir dann gereicht. Sie mögen sich ganz okay sein, aber im Gegensatz zu den Büchern sinken sie meilenweit ab.
      Das ist auch bei mir eine der wenigen Buchreihen, die ich öfter als einmal gelesen habe und immer wieder lesen könnte 🙂
      Lieben Gruß
      Janina

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