La La Land | Review

Von der Kritik gefeiert, mit Preisen überhäuft, in aller Munde – außer meinem. Bis jetzt.

„La La Land“ ist wohl DIE Filmsensation des Jahres 2017. Und wir haben erst Mai! So viele Lobeshymnen hat lange kein Film mehr bekommen oder zumindest keiner, von dem ich es mitbekommen hätte. Dennoch zog „La La Land“ als Kinofilm einfach so an mir vorbei. Aber jetzt kann ich endlich mitreden! Hooray!
Aber vorher möchte ich noch diejenigen, die noch mehr hinter dem Mond leben als ich ( 😉 ), einweihen.

Die leidenschaftliche Schauspielerin Mia (Emma Stone) und der charismatische Jazzmusiker Sebastian (Ryan Gosling) suchen das große Glück in Los Angeles. Nachdem sich ihre Wege zufällig kreuzen, verlieben sie sich Hals über Kopf ineinander und genießen den Zauber der jungen Liebe in La La Land – der Stadt der Träume. Doch schon bald müssen Mia und Sebastian einsehen, dass sie Opfer bringen müssen, um ihren Träumen näher zu kommen. Hält ihre Beziehung diesem Druck stand?

Gestern erschien der Film auf DVD und Blu Ray und so habe ich es mir heute nicht nehmen lassen, ihn endlich bei mir einziehen zu lassen und somit in Erfahrung zu bringen, wovon alle Welt spricht.

.. aber können wir vorher kurz festhalten, wie toll es ist, dass die Blu Ray ein Wendecover bekommen hat? Allein dafür gibt es Pluspunkte!

Schon mit der ersten Szene macht der Film deutlich, worauf man sich für die nächsten 130 Minuten einstellen kann. Er eröffnet – wie ein Bühnenmusical es tun würde – auf einer Musik- und Tanzeinlage, die mich sofort in eine kunterbunte Welt voller Musik, Lebensfreude und die Bedeutung von Träumen entführt hat.
All das überträgt sich auch auf die beiden Hauptcharaktere. Der Film handelt von zwei jungen Menschen, die in Los Angeles ihre Träume verwirklichen wollen. Es gibt aber keinen richtigen roten Faden in der Geschichte, sondern nur eine Rahmenhandlung und der Rest wird durch Musik und Darsteller ausgefüllt. Bei den beiden Hauptcharakteren steckt aber ein so großer Ehrgeiz und die pure Leidenschaft dahinter, dass beide sich in ihren gemeinsamen Szenen super ergänzen und wunderbar harmonieren. Dabei entsteht eine ganz besondere Liebschaft der Filmgeschichte, ich habe selten ein so harmonisches und authentisches Paar in einem Kinofilm gesehen.

Die Szenerien sind großartig gedreht worden und erstrahlen in bestem Glanz. Am Anfang wird eingeblendet, dass der Film im Breitbildformat produziert wurde. Dieses Format erlaubt den wirklich wunderschönen Sets noch einmal mehr, ihre volle Wirkung auszubreiten und den Zuschauer denken zu lassen, er würde den Darstellern auf Schritt und Tritt folgen und alles hautnah miterleben. Der Spielort sah für mich nie wie Los Angeles der heutigen Zeit aus. An manchen Stellen wirkte es wie ein ruhiges, idyllisches Dorf und dann aber auch wieder wie das große Hollywood, dann jedoch eher wie das einer vergangenen Zeit. Dadurch wirkt der gesamte Film im Setting sehr glamourös aber trotzdem noch sehr weich. Es ist wirklich schwer zu beschreiben und auch kaum greifbar.
Die komplette Machart des Filmes ist so fein und edel, wie ich es vorher noch nie gesehen habe.

Auch der Soundtrack ist wirklich schön geworden und etwas ganz besonderes, obwohl die einzelnen Songs an sich nicht alle mein Fall sind. Der gesamte Film – oder zumindest fast – ist mit Klaviereinlagen untermalt, was das dieses „Throwback-Feeling“, welches schon die Szenerien vermitteln, einmal mehr unterstreicht.

Aber sprechen wir doch mal über das Offensichtlichste: die Hauptdarsteller. Bei Emma Stone weiß ich ehrlich gesagt gar nicht so recht, wo ich anfangen soll. Zum ersten Mal gesehen hatte ich sie in „Einfach zu haben“, einer sehr typischen High-School-Komödie, in welcher Emma ihre Rolle bereits sehr überzeugend und humorvoll verkörpert hat. In „La La Land“ gelingt es ihr einmal mehr, die gesamte Rolle auszufüllen und sie beweist mit jeder Szene, weshalb man sie für diese Rolle ausgewählt hat.
Allein ihre Mimik und Gestik sind auf den Punkt; sie braucht fast nicht zu sprechen, um ihrer Rolle Leben einzuhauchen. Ihre berühmt-berüchtigte Gesangseinlage, die schon seit Monaten im Internet kursiert, wirkt in der Szene und der Gesamtheit des Filmes wirklich toll und authentisch und das, obwohl sie keine Sängerin ist. Alle Rollen, die sie spielt, lässt sie auf ihre eigene Art zum Leben erwecken, wodurch sie immer authentisch ist aber als Mia brilliert sie und ist für mich der (nicht ganz so) heimliche Star des Films.

Bei Ryan Gosling hingegen habe ich ein wenig mehr zu kritisieren. Natürlich ist auch er ein sehr talentierter Schauspieler und nebenbei gesagt die absolut perfekte Besetzung für „La La Land“. Ich finde aber, dass ihm die Rolle ein bisschen zu sehr „zugeschustert“ wurde. Wenn man zwei, drei Filme mit ihm gesehen hat, dann ist seine schauspielerische Performance irgendwann keine Überraschung mehr, da er oft Figuren spielt, die sich allesamt von der Persönlichkeiten her ähneln. Gewisse Dinge hat er darum einfach drauf, darunter auch seine Mimik. Die Rolle des  Gentlemans Sebastian war für ihn meiner Ansicht nach keine richtige Herausforderung.
Ich möchte aber dennoch nicht zu streng sein, denn eine gewisse andere Herausforderung hat er ja trotzdem bekommen – das Klavierspielen. Ryan Gosling hat extra Klavierstunden genommen um in diesen Szenen – und das sind einige – selbst spielen zu können. Dafür kann man ihn nur loben!

Alles, was „La La Land“ ausmacht – die Musik, das Setting, die Kamerafahrten, das authentische Liebespaar, das Verträumte – hätte theoretisch ins Kitschige abdriften können. Das hat es aber zum Glück absolut nicht und das nicht zuletzt wegen des sehr realistischen und konsequenten Endes. Darüber war ich froh, denn so hat dieser Film in all seiner Schönheit und Bilderbuchhaftigkeit trotzdem eine gesunde Portion Realismus abbekommen, davon wiederum aber auch nicht zu viel.
Insgesamt hat mich „La La Land“ ein wenig an Walt Disney’s „Mary Poppins“ erinnert. Dieser Film ist, genau wie „La La Land“, ein durch-und-durch-konsequentes Vollblutmusical und beide Filme haben ein Ende, das man zwar möglicherweise erwartet aber nicht unbedingt erhofft hat.

Fazit
„La La Land“ ist ein Musicalfilm der Extraklasse. Alles an ihm erinnert an klassische Musicalfilme und auch an Bühnenmusicals, was mir sehr gut gefallen hat. Die Art und Weise der Kameraführung sowie die Sets und deren Ausleuchtung sind auf den Punkt und sehr passend für die Geschichte und deren Erzählweise.
Der Grund-Plot ist zwar nicht besonders innovativ und von der Aufmachung her unterscheidet er sich (durch den fehlenden roten Faden) sehr von anderen Filmen dieser Art, aber er handelt von zwei jungen Menschen, welche voller Leidenschaft ihren Träumen nachgehen und sich auch von Rückschlägen nicht aufhalten lassen und das ist für mich immer inspirierend zu sehen, egal, der wievielete Film mit dieser Handlung das für mich ist.
Die Protagonisten haben eine absolute Starbesetzung erhalten, wie ich sie mir schöner nicht hätte ausmalen können. Dabei ist Ryan Gosling in seiner Rolle leider keine große Überraschung; Emma Stone hingegen ist – trotz ihrer vorangegangenen Filme, in welchen sie stets sehr gut war – DIE Überraschung schlechthin. Sie brilliert und bezaubert mit ihrer sehr weichen und genialen Performance. Gemeinsam stellen sie ein ganz besonders harmonisches und authentisches Liebespaar dar, das man so sicher kein zweites Mal findet.

Einen Film, der trotz 130 Minuten Spielzeit nicht eine Minute zu lang geworden ist und von der ersten bis zur letzten Szene fesselt UND dabei noch ein Musical ist, den stelle ich mir sehr gerne und mit großer Vorfreude auf das nächste Ansehen ins Regal.

Meine Wertung beträgt 4,5 von 5 Sternen.

Ich gehe heute einfach mal davon aus, dass die meisten von euch „La La Land“ schon gesehen haben und ich einfach zu den wenigen Spätzündern zähle 🙂 Wie hat er euch gefallen? Was mochtet ihr besonders gern, was weniger? Was sagt ihr zu den Hauptdarstellern? Ich bin sehr gespannt!

Liebe und verzauberte Grüße von


* Janina

9 Gedanken zu „La La Land | Review“

  1. Interessant Vorgestellt.
    Selber kenne ich den Film noch nicht, weiß auch noch nicht, ob ich ihn je schauen werde. Derzeit spricht er mich einfach nicht mehr so an, wie zu der Zeit als er im Kino lief.

    Alles liebe

  2. Ich habe den Film noch nicht gesehen, weil er im Kino in meine Klausurenphase an der Uni gefallen ist. Somit bist du nicht die Einzige Spätsünderin, ich bin somit noch später dran. Möchte mir den demnächst mal online über Amazon ausleihen, weil ich ein Fan des Genres und der Hauptdarsteller bin. Dazu war mein Dashboard schon während der Film im Kino lief voll mit positiven Feedback dazu. Er wurde echt in den Himmel gelobt. Dementsprechend hoch ist meine Erwartungshaltung nun auch.

    Das Emma Stone den Oscar gewonnen hat fand ich ja klasse. Habe ihr das sehr gegönnt. Zum ersten Mal habe ich sie genauso wie du in „Einfach zu haben“ gesehen und fand sie dort schon klasse. Einer der besseren Teenie Filmen in meinen Augen. Im Anschluss hat sie mir dann auch in Spider-Man verdammt gut gefallen und dort natürlich auch perfekt mit Andrew Garfield harmoniert. Nicht überraschend, weil sie da ja ein Paar waren. An der Seite von Gosling habe ich sie nun schon öfter in Filmen gesehen und da war die Chemie immer perfekt. Erwarte das auch hier nicht anders.

  3. Ich bekenne, ich lebe hinter dem Mond. 😉 Ich habe den Film nämlich auch noch nicht gesehen, obwohl ich es mir schon länger vornehme. Da ich Musicals sehr gerne mag, denke ich, dass der Film durchaus auch etwas für mich ist. Er wird für den nächsten schlecht-Wetter-Abend eingeplant. 😉
    LG Melli

  4. Ich kenne den Film noch nicht und hatte anfänglich ein klein wenig Angst deine Review zu lesen. Aber diese war unbegründet. Ich weiß immer noch nicht wie der Film ausgeht und kann ihn mir immer noch ansehen. Danke, jetzt weiß ich was ich mir am Montag in der Mittagspause besorgen werde. 🙂
    Mr. Reloves wollte ihn nämlich nicht mit mir im Kino schauen.
    Liebe Grüße
    Regina von http://www.reloves.de

  5. Danke für den schönen Blogpost und die gute Beschreibung. Stell dir vor, ich habe den Film auch noch nicht gesehen … irgendwie war da so ein Hype, dass ich keine Lust auf diesen Film hatte. Aber wenn ich deine Blog so lesen, bekomme ich doch Lust darauf. Klingt schon sehr vielversprechend.

    Ich glaube ich werde ihn mir doch noch anschauen – auf DVD :-)!

    Danke dir für die Beschreibung und liebe Grüße
    Verena
    Avaganza kürzlich veröffentlicht…Die Gründerin von Miniloo (Eltern-Kind-Shop) im KarrieretalkMy Profile

  6. Ich habe den Film noch nicht gesehen (shame on me)
    Werde es aber gleich tun dann sage ich dir meine Meinung zu dem Film.
    Ich habe Crazy,Stupid,Love mit denen 2 angeschaut und finde sie spielen sehr gut zusammen.
    Lg diidy :*

  7. Genau das fand ich an dem Film auch so toll ;). Solche Teenie Filme schaue ich mir auch heute noch gerne an. Ich liebe Musikfilme ja auch total und denke, dass mir La La Land deshalb bestimmt gefallen wird. Zumal ich glaube ich bisher noch keine wirklich schlechte Kritik gelesen hat, also muss der Film ja was haben, dass alle begeistert.

    The Big Bang Theory schaue ich ja nur ab und an mal. Eher mal wenn abends nichts läuft, finde die aber auch sehr unterhaltsam und die Witze echt innovativ und klug. Ansonsten bin ich ja nicht so der Comedy Fan und Modern Family war echt gar nicht meins. Aber das ist ja Geschmackssache.

    Also ich schaue mir die Serien durcheinander an und immer dann, wenn sie halt gerade ausgestrahlt werden. Somit verfolge ich die meisten im Wochenryhtmus, wo es dann nur eine Folge, im Fernsehen höchstens mal zwei Folgen gibt. Manche schaue ich dann auch mal etwas flotter durch, wenn es da ne Staffel komplett auf Amazon Prime oder Netflix gibt. Aber ein schlechtes Gewissen habe ich deshalb nicht, aber ich bevorzuge auch die Abwechslung und mag es, wenn ich auf eine neue Folge dann so richtig hinfiebern kann, Ich finde man erlebt eine Serie dann auch viel intensiver und sie begleitet einen länger. Mir wachsen die Figuren dann auch mehr ans Herz, als beim Binge Watching. Wieso hast du ein schlechtes Gewissen deshalb?
    bknicole kürzlich veröffentlicht…Serien Talk: Neuheiten Amazon Prime und Netflix Juni und Zusammenfassung der Upfronts!My Profile

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