Mein Filofax – oder: wie Terminkalender und Gruppenzwang zusammenhängen

Ich möchte endlich mal ein Thema ansprechen, das mich genau so lange verfolgt wie ich einen Terminkalender führe. Angefangen damit habe ich vor ziemlich genau zwei Jahren, im Juni/Juli 2015, als mir eine Freundin ein Video über Bullet Journals schickte und ich sofort Feuer und Flamme war.

Danke für die Bullet Journal Bilder an die liebe Louise! 🙂

„Das will ich auch! Damit ist man bestimmt super organisiert und hat sein Leben und seinen Alltag besser im Griff.“ Das waren meine Gedanken und so begann ich damit, mir ein Bullet Journal zu erstellen. Spoiler: Es hat nicht länger als 2 Monate gehalten. Ich fand mein eigenes Bullet Journal nicht schön genug und beschloss so, wieder damit aufzuhören und ging dazu über, einen „normalen“ Terminkalender zu führen. Allseits beliebt sind Kalender der Marke Filofax, die es in allen möglichen Ausführungen, Farben und Modellen gibt.

Wenn man jetzt nach Videos oder Beiträgen über’s „filofaxing“ sucht, so findet man jede Menge Inspiration. Das kann sehr schön sein, in meinem Falle war es aber eher entmutigend und nervig. Ich zeige euch ein Beispiel:

Die Erstellerin des Videos hat einen wunderschönen Planer, den es Spaß macht, sich anzuschauen. Wenn ich jetzt aber darüber nachdenke, mir auch einen Planer anzulegen und das ganze so ähnlich zu gestalten, so überkommen mich sofort Zweifel. Ist das nicht eine Menge Arbeit? Brauche ich dafür künstlerisches Talent? Wie viel Geld muss ich in Bastelkarton, Sticker, Washitape (buntes Deko-Klebeband) und all diese Dinge stecken? Wann bin ich damit fertig? Werde ich überhaupt jemals fertig?

Tja. So schön das „filofaxen“ auch ist, in meinen Augen baut es einen gewissen Druck auf, der sich der Kategorie Gruppenzwang zuordnen lässt. Ihr wisst schon, wie damals auf dem Schulhof mit Zigaretten und Alkohol. Nur, dass wir etwas älter sind und es um bunte Terminkalender geht, die nicht gesundheitsschädlich sind.

Ich habe für mich beschlossen, dass ich mir trotzdem so ein Teil kaufe. Terminkalender sind praktisch – gerade in der Ausbildung, um einen Überblick über Klausuren, Termine, Events und so weiter zu bekommen. Also zog ich los um mir so einen sündhaft teuren Kalender zu kaufen und den möchte ich euch heute zeigen.

Als erstes seht ihr meinen Index, der ein Leitfaden für jede einzelne Seite ist. Mit den Post-Its kennzeichne ich wichtige Eintragungen, damit ich auch daran denke, mir diese nach dem Niederschreiben noch einmal anzuschauen. 😉

Darunter befindet sich das Deckblatt für eine Unterkategorie meines Planers, die den kreativen Namen „5“ trägt. Ich mag diese Songtextzeile sehr, weshalb ihr unbedingt ein Platz in meinem persönlichen Kalender zuteil werden sollte.

Hier seht ihr eine Seite aus der Abschlussklausurenphase (Ich habe meine Ausbildung am 12. Juni übrigens erfolgreich beendet, yay!). Ich wollte natürlich keine Seiten zeigen, die all zu private Details enthalten, aber diese hier beinhaltet schon ein paar mehr Informationen. Ihr seht also: wenn ich meine Seiten noch mehr dekorieren würde, hätte ich gar keinen Platz mehr für richtige Eintragungen.

Das sind die Seiten der letzten und vorletzten Woche, die mir persönlich ganz gut gefallen, weil sie auch ein bisschen weniger Text beinhalten und ich das Zusammenspiel aus Dekoband und Stickern schön finde.

Das war ein Einblick in meinen Terminkalender. Im Vergleich zu anderen „Filofaxern“ könnte man meine Herangehensweise fast als minimalistisch bezeichnen, weil ich „nur“ mit Washitape und Stickern dekoriere und mir mit solchen fancy Dingen wie Bastelkarton oder Glitzer erst gar keine Mühe gebe.
Im Endeffekt ist es ja doch NUR ein Kalender, der in meinen Augen praktisch sein muss und das ist er definitv.

Als Fazit kann ich sagen, dass es mir durchaus Spaß macht, Kalender oder Bullet Journals von anderen zu bewundern; beim Gedanken daran mir damit ähnlich viel Mühe (und Arbeit!) zu machen, wird mir allerdings ganz anders. Außerdem finde ich es absurd, dass in der Blogger- und Vlogger-Welt gewissermaßen ein Gruppenzwang herrscht, wer den schönsten, buntesten und kreativsten Kalender (denn es muss ja nicht unbedingt ein Filofax sein) zu präsentieren hat.

Habt ihr von der ganzen Sache auch schon mal Wind bekommen und wenn ja, was sagt ihr dazu? Habt ihr auch einen Terminkalender und wie baut ihr ihn auf? Das würde mich sehr interessieren! 🙂

Liebste Grüße


* Janina

Ein Gedanke zu „Mein Filofax – oder: wie Terminkalender und Gruppenzwang zusammenhängen“

  1. Hallöchen,
    Hat doch was, dein Kalender! Mega butn und aufwändig muss es gar nicht sein…
    Ich habe tatsächlich auch die selben Gedanken wie du zu dem Thema… Wenn ich das machen würde, würde ich regelmäßig die Kriese kriegen weil Faulheit und Perfektionismus nun mal nicht zusammen passen… 😀
    Ich habe einen ganz schlichten, altmodischen schwarzen Kalender (der schon nach Wochen & Monaten strukturiert ist), den man bei uns jedes Jahr bei der Post bekommt und in den ich einfach nur schreibe und manchmal was rein kritzele wenn mir danach ist…
    Gruppenzwang fand ich schon immer scheiße und bin dann prinzipiell erstmal dagegen 😀

    Grüßchen!

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