Die Schöne und das Biest (2017) | Film Review

*summ* tale as old as time… true as it can be…

Monate-, eigentlich sogar jahrelang habe ich auf diesen Film hingefiebert. Letzte Woche war es dann endlich soweit und deshalb kann ich nun endlich – voller Ekstase – eine Review dazu verfassen.

„Die Schöne und das Biest“ aus dem Jahr 2017 ist ein Live Action Remake des Walt Disney Klassikers aus dem Jahr 1991. Wie ich an ein, zwei Stellen schon mal erwähnt hatte, bin ich ein großer Walt Disney Fan und sehe mir seit etlichen Jahren so gut wie alle Filme an, die das Haus Disney hervorbringt. Seit einigen Jahren sind die großen Chefs des Filmstudios wohl auf den Geschmack gekommen und haben nun schon einige Animationsklassiker als „Realverfilmungen“, also Live Action Remakes, neu produziert.
In der Vergangenheit haben diese Remakes mich allerdings nicht immer überzeugt, um es mal gelinde auszurücken und deshalb war ich bis zu dem Tag, an dem ich DSudB endlich ansehen konnte, eher skeptisch und fast schon ängstlich. Die Trailer, Teaser, Poster und Setfotos haben mich dann allerdings wieder hoffen lassen.

Letzte Woche habe ich dann die 3D-Blu Ray bekommen, deren wunderschönes Cover ich wohl zuerst hervorheben muss. Dazu möchte ich nicht viel sagen, seht einfach selbst:

Was mich gleich zu Anfang überzeugt hat, ist, dass man die (2D)-Blu Ray mit einer 3-minütigen Ouvertüre abspielen kann. DSudB ist ja streng genommen ein Musical und deshalb konnte ich mich für die Ouvertüre sehr begeistern. Diese brachte mich gleich in die richtige Stimmung und gab mir das Gefühl, bei diesem Film gut aufgehoben zu sein und jetzt für 129 Minuten ein tolles Filmerlebnis genießen zu dürfen.

Sobald die erste, richtige Szene beginnt, merkt man, wie detailverliebt der Film aufbereitet wurde. Er ist mit 129 Minuten fast eine Dreiviertelstunde länger als der Animationsfilm, was daran liegt, dass er an manchen Stellen mit zusätzlichen Szenen ausgestattet wurde. Als besonderes Beispiel dafür möchte ich die Einstiegsszene mit dem Fluch der Hexe an den Prinzen nennen, die in der Vorlage ja nur erzählt wird – in diesem Remake sieht man sie passieren und als Setting dafür hat man eine große Tanzveranstaltung in einem Ballsaal gewählt. Unzählige Komparsen, ein traumhaftes, sehr authentisches Schloss-Set, detaillierte Kostüme, einstudierte Tanzszenen und das alles „nur“, um die Einleitung des Filmes darzustellen. Ich tue mich schwer damit, das alles in Worte zu fassen, denn eigentlich muss man den Film sehen, um zu verstehen, warum diese ganzen Details mich so begeistern. Fakt ist: DSudB ist ein Film, bei dem an Kostümen, Sets und in gewisser Hinsicht auch an Charakteren keine Kosten und Mühen gescheut wurden und das sieht man dem kompletten Film deutlich an.

Bei Musicals spielt der Soundtrack eine nicht zu unterschätzende Rolle. Auch hierfür gibt es ja eine Vorlage, da der Animationsklassiker einige Musikszenen bereithält. Diesen Standards ist das Remake nicht nur mehr als gerecht geworden; vielmehr hat es ganz neue Standards geschaffen und allen Songs, die es ja schon gab, eine eigene Note verliehen. Das gleiche gilt auch für die „neuen“ Songs, die meines Wissens nach zum Teil schon für den Film aus 1991 geschrieben, damals aber verworfen wurden. Hier hat jeder einzelne Song mit entsprechender Szene seinen eigenen Platz gefunden und diesen ausgefüllt. Als persönliche Highlights möchte ich hier „Gaston“ und „Sei hier Gast“ nennen.

Ein weiteres großes Thema des Films, und ich möchte schon fast „Streitthema“ sagen, ist Emma Watson als Besetzung der Hauptrolle Belle. Ich persönlich war sehr gespannt darauf, sie in einem Disney-Musical zu sehen – nicht nur schauspielerisch, aber vor allem auch gesangstechnisch. Ein weiterer Faktor, der hier erschwerend hinzukommt ist die Tatsache, dass sie ein paar sehr erfahrene Musical-Stars an ihrer Seite hat, zum Beispiel Luke Evans als Gaston und Josh Gad als LeFou, deren Song „Gaston“ mich, wie oben schon erwähnt, absolut vom Hocker gerissen hat. Es ist zwar nicht ganz fair, Emmas Gesang an diesen Standards zu messen, allerdings muss ich sagen, dass sie sich dahingehend nicht vor ihren Co-Stars zu verstecken braucht. Sie hat im vorhinein ein eigehendes Coaching erfahren und die Resultate davon können sich absolut sehen – vielmehr hören – lassen. 🙂

Schauspielerisch kennen die meisten von uns Emma sicherlich aus den Harry Potter Filmen und deswegen ist es keine sonderliche Überraschung, dass sie die Belle mühelos, locker und leicht, ein bisschen zurückhaltend aber dennoch auf den Punkt spielt. Was mich außerdem aber von ihrer Schauspielkunst überzeugt hat, war das Ansehen des Bonusmaterials zum Film. Da sieht man, dass ihr Co-Star Dan Stevens, der den Prinzen/das Biest spielt, die ganze Zeit über in einem Motion Capturing-Anzug gesteckt hat und dass Emma bei der „Sei hier Gast“-Szene, die animationstechnisch ein wahres Feuerwerk ist, einfach nur an einem langen Tisch gesessen hat – und das 7 Tage lang. Diese Konzentration und die Fantasiearbeit in Emmas Kopf, speziell bei diesen beiden Beispielen, sieht man dem Endergbnis absolut nicht an und das meine ich als großes Kompliment.

Als Negativpunkte habe ich nur ein paar Kleinigkeiten anzumerken. Eine davon ist die Besetzung von Belles Vater Maurice – ich kann gar nicht genau sagen, was mich an ihm stört. Ich glaube einfach, dass das Zusammenspiel des Schauspielers und der Rolle dazu führt, dass ich mit der Rolle Maurice in diesem Film nicht warmwerden konnte. Im Animationsfilm ist er auch ein bisschen überdrehter, weshalb die Dorfbewohner ihn für verrückt erklären und Gaston ihn letzten Endes in eine Irrenanstalt einliefern lässt. Von der Überdrehtheit habe ich in diesem Remake wenig gemerkt, der „Irrensanstalt“-Handlungsstrang existiert aber trotzdem und wirkt deshalb leider etwas unglaubwürdig.

Die andere Sache, die mich stört, ist die groß angepriesene LGBT-Repräsentation. Wochen vor Kinostart las man überall, dass DSudB „der erste Disneyfilm mit einem schwulen Charakter“, nämlich LeFou, sein soll. Wer jetzt hier die große Liebesgeschichte zwischen LeFou und Gaston erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Natürlich wird Gaston von LeFou angehimmelt, aber das gab es auch im Animationsfilm schon und dass man jetzt denselben Handlungsstrang mit dem Aufkleber „erster LGBT Charakter“ vermarkten will, finde ich schade und auch irgendwie faul. Einzig am Ende des Filmes, das wiederum in einer großen Tanzszene ausklingt, sieht man, wie LeFou einen männlichen Tanzpartner bekommt. Das ist aber so plötzlich und kurz, dass man es ohne genaueres Hinschauen wahrscheinlich nicht bemerken würde. Schade, Disney – das könnt ihr besser!

Fazit

Insgesamt ist „Die Schöne und das Biest“, trotz der kleinen Kritkpunkte, ein sehr gelungenes Remake, das mich in sämtlichen Facetten überzeugen konnte. Der Film ist detailverliebt, er ist lustig, spannend, mitreißend und romantisch. Ich möchte es darauf herunterbrechen, dass er so ist, wie ich mir ein Bühnenmusical wünsche. Ich bin sehr glücklich darüber, ihn in dieser wunderschönen Edition in meiner Sammlung besitzen zu dürfen und werde ihn mir noch sehr oft ansehen, wenn ich das Bedürfnis verspüre, in eine heile Traumwelt abzutauchen und mich im wahrsten Sinne des Wortes verzaubern zu lassen. 🙂

Wie sieht es bei euch aus? Wart ihr im Kino oder habt ihr den Film, so wie ich, auch erst nach dem Heimrelease ansehen können? Was sagt ihr zu Disneys Live Action Remakes im Allgemeinen und zu „Die Schöne und das Biest“ im besonderen? Lasst es mich gerne wissen!


* Janina

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